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Alte Meierei Kiel in Gefahr (Update!)Update 3.6.2005: Ein aktuelles Statement zur Situation im Jahr 2005 gibt es hier: http://www.weltrevolution.net/index.php?itemid=123 Demo für den Erhalt der Meierei ist am Samstag, den 4.6. um 14 Uhr. Näheres dazu auf:
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Kieler Nachrichten vom 21. August 2003 ZU LAUT FÜRS WOHNGEBIET: DER ALTEN MEIEREI DROHT DAS AUSOrtsbeirat billigt Betreibern des Kulturzentrums letzte Chance am Runden Tisch zuHassee/Vieburg - Die Zukunft der Alten Meierei hängt am seidenen Faden. Nachdem Anwohner auf der [alle Fehler im Original, der Tipper] Barrikaden gegangen sind, weil sie sich durch lautstarke Konzerte in dem Szene-Kulturzentrum immer öfter um den Schlaf gebracht sehen, hat die Stadtverwaltung in ihrer Eigenschaft als Vermieterin schweres Geschütz aufgefahren und den Bewohnern binnen kurzer Zeit zwei Abmahnungen erteilt. Dem damit drohenden Rausschmiss können die Mieter nur entgehen, wenn sie sich schleunigst mit allen Beteiligten zwecks Kompromiss-Suche an einen runden Tisch setzen. Ordungsdezernent Torsten Albig nahm am Dienstagabend im Ortsbeirat zu dem Problem Stellung und betonte, dass die Alte Meierei eine erkennbare Entwicklung zu einem "professionell geführten Veranstaltungszentrum" zeige. Konflikte mit der Nachbarschaft im Wohngebiet am und um den Hornheimer Weg seien da unvermeidlich und auch aus sich der Stadt "nicht hinzunehmen". Die Verwaltung reagierte darauf nicht nur mit Abmahnungen, sondern obendrein mit einem Prüfverfahren wegen der fehlenden Konzession für diese laut Albig "gaststättenähnliche Lokalität". Indes versicherte der Ordnungsdezernent ebenso wie Liegenschaftsamtsleiter Hans Mehrens, dass es keineswegs darum gehe, ein Kulturzentrum platt zu machen. In der etwa 20 jährigen Geschichte der Alten Meierei hat es laut Mehrens "verhältnismäßig wenig Beschwerden" gegeben, weil die dortigen Konzerte kaum über einen erweiterten privaten Rahmen hinausgegangen seien. Der jetzige Trend zur breiten Öffentlichkeit schaffe aber eine neue, im Mietvertrag so nie definierte Sachlage. Konkret fordert die Stadt von den Betreibern der Alten Meierei, noch in diesem Monat ein Konzept für besseren Lärmschutz vorzulegen. Ehe das Papier nicht abgesegnet und umgesetzt ist, darf nicht mehr musiziert werden. Das Problem dabei: Schon vergangenen Freitag gab es ein Konzert und damit einen klaren Verstoß gegen die Auflagen. Nach zwei Abmahnungen wäre damit die Kündigung des Mietvertrages der nächste Schritt, und Derzernent Albig zeigte sich im Ortsbeirat auch wild entschlossen dazu. Obwohl die in die Kritik geratenen Meierei-Betreiber nach Angaben des Vorsitzenden Franz Heckrodt (CDU) erst jüngst ein Gesprächsangebot des Ortsbeirates ignoriert haben, soll vor diesem Schritt ein letztes Mal versucht werden, zu einer Lösung zu kommen, mit der alle Seiten leben können. Die bündnisgrüne Ratsfrau Regina Rosin, die engagiert für einen solchen Versuch geworben hatte, will versuchen, spätestens bis zum 20. September alle Seiten an einen Tisch zu bringen. Als vernünftig bezeichnete dieses Unterfangen auch Ordungsdezernent Albig, der jedoch zugleich davor warnte, dies als Rückzug der Stadt zu deuten: "Wir halten an unserer Rechtsposition fest und werden handeln, sobald es zu weiteren Verstößen kommt." Deutlich entspannter war das Klima im Ortsbeirat, als der neue Verein "Waldhaus Kiel" über seine Pläne berichtete, das ehemalige Forsthaus im Viehburger Gehölz zu einem Naturerlebniszentrum auszubauen. Lob gab es vor allem für die Absicht, das Gebäude gemeinsam mit dem Verein der Indianerfreunde und dem Waldkindergarten zu nutzen. Auch Hans Mehrens vom Liegenschaftsamt zeigte sich zufrieden, dass die zunächst vom Abriss bedrohte Immobilie auf diese Weise erhalten und sinnvoll genutzt werden kann. (mag) |
21.08.03 KommentarZweifelsohne: Wir befinden uns in Deutschland. Und in Deutschland wird eher Straßenlärm oder die dauernde akustische Umweltverschmutzung durch Privatfernsehen und Mainstreamradios freiwillig hingenommen, als dass ausgelassenes, lautes Feiern toleriert wird. Und sei es, dass man selbst nur alle paar Wochen zu den Betroffenen gehört. So weit, so unerfreulich & normal; ob nun der Aubrook in Kiel oder das Forum in Neustadt oder in normalen Mietwohnungen: Der Nachbar, der seine Lauscher gen Abendhimmel richtet oder mit Höhrrohr an der Wohnungsdecke klebt, um ja auch nicht irgendwelche vermeintlich unerlaubten Geräusche zu verpassen, ist hierzulande schon sprichwörtlich. Interressanter wird die Geschichte in diesem Fall dadurch, dass, so der Kieler Liegenschaftamtsleiter, in den letzten 20 Jahren "verhältnismäßig wenig Beschwerden" eingegangen seien. Und das obwohl zur Zeit, anders als im KN-Artikel beschrieben, nicht mehr Veranstaltungen als früher stattfinden. Die Frage ist: Warum ist das so? Um zumindest für die Jahre 1991 bis 2000 eine Antwort zu geben: Man war sich in der Meierei durchaus bewußt, dass man sich den Ast, auf dem man sitzt, zumindest ansägt, wenn die Nachbarschaft nicht einbezogen wird. Dementsprechend wurde dafür gesorgt, dass Veranstaltungen in etwa dann beendet waren, wenn der Nachbar mit den gespitzten Ohren erfahrungsgemäß zum Telefonhörer greift. So gab es auch eine für alle Veranstalter verbindliche interne Regelung, dass Konzerte spätestens um 21:30 beginnen müssen. Und es hatte sich auch einige Jahre sehr gut eingebürgert, dass BesucherInnen, die später kamen, "vom Leben bestraft" wurden, um es unverfänglich auszudrücken, bzw. diejenigen, die pünktlich kamen, ein "besonderes Dankeschön" erhielten. Gegen Ende der 90'er Jahre, wenn ich mich recht erinnere, wurde diese Praxis nach und nach von manchen Veranstaltern eingestellt; Mehr noch: Von Leuten aus dem Meierei-Umfeld wurde den BewohnerInnen der Meierei vorauseilender Gehorsam und Hasenfüßigkeit in Bezug auf Nachbarschaft und "der Welt da draussen" unterstellt ... Leicht sägen läßt sich an dem Ast, auf dem man selbst nicht sitzt! Zudem, das sei hier am Rande notiert, waren regelmäßig auch Nachbarn auf Veranstaltungen anwesend - damals hatten manche Veranstalter noch andere kulturelle Ansprüche und das Sich-Selbst-Feiern einer bestimmten "Polit"-Klientel war nur ein Ansatz unter vielen. Andererseits, als rechtsradikale Umtriebe in der Nachbarschaft zunahmen (z.B. der Brandanschlag am Theodor-Heuss-Ring), war es auch selbstverständlich, dass Leute aus der Nachbarschaft zusammen mit Meierei-Leuten in einer Bürgerinitiative - "Nachbarn gegen Rassismus" - arbeiteten. Schade, dass hier von Meierei-Seite offensichtlich erst dann wieder der Kontakt gesucht wurde, als das Kind schon ins Wasser gefallen war (anders als im KN_Artikel beschrieben hat es mittlerweile wohl ein Gespräch gegeben). Und es nützt wirklich nichts, die Schuld an der jetzigen Situation eventuell bei den geänderten politischen Verhältnissen in Kiel zu suchen. Ein paar Jahre funktionierte es jedenfalls ganz gut, ohne ideologische Scheuklappen "inoffizielle" Kontakte Richtung Rathaus zu pflegen und bei größerem Stress KN & Co auf das Liegenschaftsamt zu jagen (ja Leute, so geht das!). Kurzum: Es bleibt zu wünschen, dass sowohl Hardliner aus Nachbarschaft bzw. Meierei-Umfeld die Situation nicht weiter verschärfen. Und denjenigen, denen die Meierei mehr ist als ein vorübergehender Abenteuerspielplatz großmäuliger Riot-Kids, sei ein wenig diplomatisches Geschick & Sensibilität in der jetzigen Lage gewünscht. Im Übrigen: Was hätte die Stadt überhaupt davon, der Meierei zu kündigen? Dass die Meierei fortan (erstmals!) den Status "besetztes Haus" hat und Pachtzahlungen ausbleiben? Und will man sich dann nach 20 Jahren (und der ehrenamtlichen, anerkannten kulturellen Arbeit, die zum Nulltarif geleistet wurde) wirklich mit einem Räumkommando lächerlich machen? !!!Die Stadt soll gefälligst Geld springen lassen für Lärmschutzmassnahmen, und zwar dalli!!!Ich wage die Prognose, dass es die Meierei in zehn Jahren auch noch geben wird. Und das ist gut so. |
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NutzerInnenplenum
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Kieler Nachrichten vom 27. August 2003: Demo für die Alte MeiereiDie Bewohner und Freunde der Alten Meierei wollen am morgigen Donnerstag
[P.S.: Sollte die Darstellung der KN so stimmen, dass sowohl Liegenschaftsamt ALS AUCH ANWOHNER es für nötig befunden haben, die in diesem Falle sicherlich schmerzhafte Konzession von Seiten der Meierei in dieser Form zu torpedieren, habe ich durchaus Verständnis dafür, das etwaige Beschwerden aus der Nachbarschaft als erbärmlicher Aufstand des intoleranten und frustrierten Spießertums angesehen werden. Ich habe meinem Kommentar oben insofern nichts hinzuzufügen] |
| Weiterleitung von politik@altemeierei.de ---------------------------------------- Alte Meierei bleibt unkommerziell und selbstbestimmt!
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| (aus: Kieler Nachrichten, 28.10.03) Entspannte Verhandlungen, doch Nutzer der Alten Meierei bleiben skeptisch
In Sachen Schallschutz scheinen die meisten Meierei-Nachbarn, die über
Lärmbelästigung geklagt hatten, inzwischen zufriedengestellt
– wie auch die Stadt, die sich allerdings vorbehält die baulichen
Veränderungen baurechtlich abzunehmen. Eine Schallpegelmessung
während eines Konzerts hatte schon vor kurzem befriedigende Werte
ergeben. Strittig ist noch die Frage, ob die Meierei wegen des Getränkeausschanks
bei Konzerten eine Konzession benötigt. In dieser Frage beharren
die Nutzer auf ihrer Position, die Meierei als "Ort der Autonomie"
nicht vollständig "verrechtlichen" zu lassen. Dafür
wollen sie trotz signalisierter Gesprächsbereitschaft notfalls
auch streiten. Auf der Demonstration am Freitag waren sie einer ähnlichen
Linie gefolgt. Trotz Verbots, den Lautsprecherwagen für Musikdarbietungen
zu nutzen, spielte die eigens für die Demo gegründete Band
"Overluders" "in echter Punk-Manier" (so ein Beobachter)
ein Kurzkonzert, ohne dass die Polizei eingriff. |
Links:Allgemeine Infos über die Alte Meierei
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